iSFP Kosten: Was kostet der individuelle Sanierungsfahrplan wirklich?

Das Wichtigste in Kürze
- Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) wird im Rahmen einer Energieberatung erstellt. Umgangssprachlich ist oft vom „großen Bruder des Energieausweises“ die Rede.
- Der iSFP zeigt Hauseigentümern, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind, welche Kosten entstehen und in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden können.
- Aktuell wird der iSFP mit bis zu 50% durch die BAFA gefördert.
- Die Kosten für einen iSFP belaufen sich auf 590-2.000€ Eigenanteil nach Förderung. Die Kosten hängen vor Allem von der Anzahl der Wohneinheiten, dem Gebäude und dem Umfang der Beratung ab.
- Durch den iSFP erhalten Hausbesitzer den 5% iSFP-Bonus. Dieser ist auf viele Maßnahmen an der Gebäudehülle anwendbar und kann viele tausende Euro Extraförderung sichern.
- Neben regionalen Energieberatern gibt es auch überregional tätige Anbieter, die Energieberatungen teilweise deutlich günstiger anbieten.
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Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt Hauseigentümern, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind, welche Kosten entstehen und in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden sollten. Doch was kostet ein iSFP im Jahr 2026? Wie hoch ist die BAFA-Förderung und wann lohnt sich die Erstellung eines Sanierungsfahrplans?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, mit welchen iSFP-Kosten Sie rechnen müssen, wie die Förderung funktioniert und warum ein iSFP bei größeren Sanierungen mehrere tausend Euro zusätzliche Förderung ermöglichen kann.

Was ist ein iSFP?
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Konzept für die energetische Sanierung eines Gebäudes. Er zeigt Eigentümern Schritt für Schritt, welche Maßnahmen sinnvoll sind, welche Kosten entstehen und in welcher Reihenfolge eine Sanierung umgesetzt werden kann.
Der iSFP wird im Rahmen einer Energieberatung erstellt und betrachtet dabei den aktuellen Zustand des Gebäudes, wie zum Beispiel Dämmung, Fenster, Dach, Kellerdecke, Heizung und Energieverbrauch. Anschließend werden verschiedene Sanierungsvarianten entwickelt und hinsichtlich Kosten, Einsparpotenzial und Fördermöglichkeiten bewertet.
Der große Vorteil: Eigentümer erhalten keine einzelne Empfehlung, sondern einen langfristigen Fahrplan für die Modernisierung ihrer Immobilie. Auch wenn Maßnahmen nicht sofort umgesetzt werden, kann der iSFP als Orientierung für die nächsten Jahre dienen.
Zusätzlich kann ein iSFP die Grundlage für zusätzliche Fördermöglichkeiten schaffen. Bei vielen förderfähigen Sanierungsmaßnahmen ist ein iSFP-Bonus möglich, wodurch sich die finanzielle Unterstützung erhöhen kann.
Ein iSFP kann nur durch einen zertifizierten Energieberater erstellt werden.
Was kostet ein iSFP?
Die Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan hängen vor allem der Anzahl der Wohneinheiten, sowie dem Anbieter und dem Umfang der Energieberatung ab.
Für ein typisches Einfamilienhaus liegen die Kosten meist bei 940-1350€ nach Förderung. Regionale Anbieter können noch mehr für einen iSFP verlangen.
Aktuell werden iSFPs mit bis zu 50 % gefördert. Dadurch zahlen Hausbesitzer bei der Deutschen Sanierungsberatung beispielsweise ab 590€ Eigenanteil.
iSFP-Förderung: Wie viel zahlt der Staat?
Die Förderung für den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude.
Gefördert werden 50 % der förderfähigen Beratungskosten, allerdings gilt eine Deckelung je Gebäudeart
- Ein- und Zweifamilienhaus: maximal 650€
- Wohngebäude ab 3 Wohneinheiten: maximal 850€ Zuschuss
Das bedeutet: Die 50 %-Regel gilt nur bis zur jeweiligen Obergrenze.
Beispielrechnung mit lokalem Anbieter
- Beratungskosten: 2.000€ für ein Einfamilienhaus
- 50% davon: 1.000€
- liegt über dem 650€ Deckel → Förderung = 650€
- Eigenanteil = 1350€
Beispielrechnung mit der Deutschen Sanierungsberatung
- Beratungskosten: 1.180€ für ein Einfamilienhaus
- 50% davon: 590€
- Liegt unter dem 650€ Decker → Förderung = 590€
- Eigenanteil: 590€
Wichtig: Die Förderung der Beratung ist nur der erste Baustein. Der wirtschaftlich relevante Effekt entsteht erst später durch den iSFP-Bonus bei Sanierungsmaßnahmen, der zusätzliche 5 % Förderung auf förderfähige Maßnahmen ermöglichen kann.
Was beinhaltet ein iSFP?
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist eine strukturierte energetische Bestands- und Maßnahmenanalyse eines Gebäudes. Erbesteht nicht aus einer einzelnen Empfehlung, sondern aus einem abgestuften Sanierungskonzept.
1. Bestandsaufnahme
Erfasst wird der energetische Ist-Zustand des Gebäudes:
- Gebäudehülle (Dach, Fassade, Fenster, Kellerdecke)
- Heizungsanlage und Warmwasserbereitung
- aktueller Energieverbrauch und Verluste
2. Energetische Bewertung
Das Gebäude wird energetisch eingeordnet und analysier
- Wo die größten Energieverluste entstehen
- Welche Bauteile ineffizient sind
- Technische Schwachstellen im System
3. Maßnahmenpakete
Es werden konkrete Sanierungsoptionen entwickelt
- Einzelmaßnahmen (z. B. Fenstertausch, Dämmung)
- verschiedene Ausbaustufen über mehrere Jahre
- kombinierte Maßnahmenpakete (z. B. Dach + Heizung)
4. Kosten- und Effizienzbewertung
Für jede Maßnahme bzw. jedes Paket werden dargestellt
- Investitionskosten
- erwartete Energieeinsparung
- CO₂-Reduktion
- Wirtschaftlichkeitsabschätzung
5. Förderübersicht
Der iSFP zeigt:
- welche Maßnahmen förderfähig sind
- welche Programme kombiniert werden können
- welche Maßnahmen vom iSFP-Bonus profitieren
6. Umsetzungsfahrplan
Am Ende steht ein klarer Ablaufplan:
- sinnvolle Reihenfolge der Sanierungsschritte
- zeitliche Staffelung über mehrere Jahre
- Priorisierung nach Wirkung und Aufwand
Der iSFP dient damit nicht als einmalige Beratung, sondernals langfristige Entscheidungsgrundlage für die schrittweise energetischeSanierung eines Gebäudes.

Ablauf: Wie wird ein iSFP erstellt?
Die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplanserfolgt in klaren, aufeinander aufbauenden Schritten. Ziel ist eine technischfundierte und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für die spätereSanierung.
1. Vorabgespräch
Zu Beginn führt der Energieberater ein Erstgespräch mit demEigentümer.
Dabei werden:
- Ziel der Beratung (Sanierung, Effizienz, Förderung) geklärt
- vorhandene Unterlagen zum Gebäude gesichtet (Pläne, Verbrauchsdaten, Baujahr etc.)
- erste Einschätzung zum energetischen Zustand vorgenommen
- der Ablauf der Vor-Ort-Begehung abgestimmt
2. Vor-Ort-Begehung
Im nächsten Schritt erfolgt die Besichtigung des Gebäudes.
Dabei werden unter anderem geprüft
- Gebäudehülle (Dach, Fassade, Fenster, Keller)
- Heizungsanlage und Warmwasserbereitung
- bauliche Besonderheiten und mögliche Schwachstellen
- tatsächlicher Zustand im Vergleich zu vorhandenen Unterlagen
Diese Begehung ist die Grundlage für alle späterenBerechnungen.
3. Analyse und Berechnung
Auf Basis der gesammelten Daten erstellt der Energieberaterdie energetische Bewertung.
Dabei werden
- Energieverluste des Gebäudes berechnet
- verschiedene Sanierungsschritte modelliert
- Kosten, Einsparpotenziale und CO₂-Reduktion gegenübergestellt
- sinnvolle Maßnahmenkombinationen entwickelt
Ergebnis ist ein strukturierter Sanierungsfahrplan mitmehreren möglichen Umsetzungsstufen.
4. Abschlussgespräch
Im Abschlussgespräch werden die Ergebnisse verständlicherläutert.
Inhalte sind:
- Darstellung des aktuellen Gebäudezustands
- Vorstellung der empfohlenen Maßnahmen in sinnvoller Reihenfolge
- Einordnung der Kosten und Fördermöglichkeiten
- Klärung von Fragen und Prioritäten
Der iSFP wird anschließend final übergeben.
5. Optional: Umsetzungsbegleitung
Viele Energieberater bieten zusätzlich eine begleitendeUnterstützung bei der Umsetzung an.
Das kann beinhalten:
- Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln
- Prüfung von Angeboten von Handwerkern
- fachliche Begleitung während der Sanierung
- Anpassung des Fahrplans bei Änderungen im Projektverlauf
Lohnt sich ein ISFP?
Ob sich ein individueller Sanierungsfahrplan lohnt, hängt nicht an der Beratung selbst, sondern an der Frage: Wird danach überhaupt saniert – und wenn ja, wie groß sind die Maßnahmen?
Der iSFP ist wirtschaftlich kein Selbstzweck. Er wird erst relevant, wenn er später in echte Förderungen bei Sanierungsmaßnahmeneinfließt.
Beispielrechnung: Dachsanierung für 80.000€
Wann sich ein iSFP nicht lohnt
Ein iSFP bringt wenig oder keinen wirtschaftlichen Vorteil, wenn
- keine konkreten Sanierungsmaßnahmen geplant sind
- nur minimale Einzelmaßnahmen ohne Förderstruktur umgesetzt werden
- das Gebäude kurzfristig verkauft werden soll
Dann bleibt der iSFP eher eine Informationsleistung ohne Hebelwirkung.
Häufige Fragen & Antworten
Für wen eignet sich ein iSFP?
Grundsätzlich lohnt sich ein iSFP für alle Hausbesitzer, die eine energetische Modernisierung an ihrem Haus planen. Der Nutzen besteht einerseits in der Analyse der Immobilie und den daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen. Andererseits lohnt sich ein iSFP finanziell dank den iSFP-Bonus in Höhe von 5%.
Welche Fördermittel gibt es für einen iSFP?
Aktuell wird ein iSFP durch die BAFA mit 50% gefördert. Die maximale Förderung für Einfamilienhäuser beläuft sich auf 650€, für Mehrfamilienhäuser auf 850€.
Wie hoch sind die Kosten für einen iSFP?
Die kosten bei den meisten Anbietern belaufen sich auf 900-1400€ Eigenanteil nach Förderung. Lokale Anbieter sind teilweise teurer. Bei der Deutschen Sanierungsberatung erhalten Sie iSFPs bereits ab 590€.




